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  Allgemeine Informationen
     
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  Erfahrungsbericht aus Uetendorf
     
  Informationen für Betriebe
     
  Fragen und Antworten
     

   
 
Allgemeine Informationen
 
Jugend debattiert ist ein Projekt der Stiftung Dialog – Campus für Demokratie.
Ziel des Projektes ist, dass möglichst viele Jugendliche in der Schweiz das Debattieren lernen und Spass am spielerischen Meinungsaustausch bekommen. Denn ohne gute Debatten gibt es keine gute Politik.
Jugendliche lernen in der Schule, in ausserschulischen und betrieblichen Workshops debattieren. Sie werden ermuntert, ihre erworbenen Fähigkeiten in einer internen oder regionalen Vorausscheidung (organisiert von Schulen, Bildungshäusern oder Betrieben) unter Beweis zu stellen. Nur an Vorausscheidungen, die durch die Projektleitung von Jugend debattiert anerkannt und begleitet wurden, können sich Jugendliche für den gesamtschweizerischen Final 2011 qualifizieren.
Um das Debattieren zu lernen, stehen Arbeitsmaterialien für Schülerinnen und Schüler sowie ein Begleitheft für Lehrpersonen zur Verfügung. Alle Hefte sind in deutscher, französischer und italienischer Sprache erhältlich.
Für Lehrpersonen werden Kurse und Workshops in der ganzen Schweiz angeboten.
Das Ziel ist, Sicherheit zu vermitteln für die Umsetzung im Unterricht.
Jugend debattiert steht unter dem Patronat der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und wird empfohlen von Kantonen, dem Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) und Institutionen der ausserschulischen Jugendarbeit.
 
Schirmherrin des Projektes: Frau Isabelle Chassot, EDK-Präsidentin/Staatsrätin des Kantons Freiburg.
Dem Präsidenten der Stiftung Dialog, Klaus Fischer, Regierungsrat des Kantons Solothurn, obliegt die Geschäftsführung von Jugend debattiert. Projektleiter ist Christian Graf, Sekundarlehrer.
     
 
 
 
Informationen für Schulen
 
Das Projekt Jugend debattiert möchte Sie darin unterstützen, zusammen mit Ihren Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufen I und II im Unterricht mittels der Debatte der Rhetorik anzunehmen.
 
Wie Sie Debatten den Unterricht vorbereiten und durchführen können, wird im Begleitheft vorgestellt.
 
Der schulische Teil bezweckt die Förderung möglichst vieler Jugendlicher aller Schultypen auf den Sekundarstufen I und II.
 
- in ihren mündlichen Ausdrucksfähigkeiten   Kriterien Ausdrucksvermögen, Überzeugungskraft
       
- in der Kommunikation mit anderen, insbesondere Feedback geben und nehmen, zuhören lernen, aufeinander eingehen
  Kriterium Gesprächsfähigkeit
       
- in Kenntnissen und Fertigkeiten bezüglich der Information, Recherche, Gewichtung und Argumentation zu aktuellen Themen   Kriterium Sachkenntnis
 
 
Der Wettbewerb soll
 
- Jugendliche von 13 bis 20 Jahren  aus der ganzen Schweiz zum lustvollen Debattieren zusammenbringen;
- Die Mehrsprachigkeit der Schweiz zum Ausdruck bringen und pflegen;
- Das Bewusstsein für spannende, gute Debatten in der Öffentlichkeit stärken
 
     
 
 
   

Erfahrungsbericht aus Uetendorf
 
Eine gute Vorstellung, wie ein solcher Debattier-Workshop abläuft und was er Lehrpersonen und Schülern/Schülerinnen bringt vermittelt unser Referenz-Bericht aus Uetendorf (inkl. Bildern).

 
     
 
 
   

Informationen für Betriebe
 
Speziell ausgebildete Kursleiterinnen und Kursleiter erarbeiten mit Lehrlingen eines Betriebes in einem eintägigen Workshop die Grundlagen des Debattierens. Mündliche Ausdrucksfähigkeit und sicheres Auftreten werden dadurch gefördert.

 
     
 
 
 
Fragen und Antworten

  
 
Für welche Schulstufen ist das Projekt geeignet?
 
Jugend debattiert eignet sich für die Sekundarstufen I und II gleichermassen.
 
In welchen Fächern kann das Projekt umgesetzt werden?
 
Debattieren als mündliche Ausdrucksform wird vorwiegend im Unterricht der Muttersprache seinen Platz haben. Die Debatte steht hier neben anderen Gesprächsformen wie Diskussion, Überzeugungsrede, Vortrag und Präsentation.
 
Debattieren ermöglicht aber auch vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit einer Sachfrage. Denn nur wer sich vorgängig über die Streitfrage informiert hat, kann in der Debatte auch mithalten. Daher können in vielen Unterrichtsfächern Debatten vorbereitet und durchgeführt werden.
 
 
Welche Unterstützung gibt es für Lehrpersonen?
 
Es stehen schriftliche Materialien zum Projekt zur Verfügung:
 
Begleitheft für Lehrpersonen
Arbeitsheft Sek. I
Arbeitsheft Sek. II
 
Die Erfahrung zeigt, dass Lehrpersonen leichter mit dem Material und der Unterrichtsplanung zurechtkommen, wenn sie die Übungen und Debatten in einem angeleiteten Rahmen selbst durchgespielt haben. Deshalb bietet Jugend debattiert
Kurse und Präsentationen an.  
 
Bedeutet das Projekt für Lehrpersonen einen zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Verpflichtungen?
 
Wer als Lehrperson die Methode  von Jugend debattiert im Unterricht einbringen  will, braucht nicht mehr Vorbereitungszeit als für den üblichen Unterricht.  Im Gegenteil: Das Begleitheft enthält detaillierte Vorschläge  für die Gestaltung der (8 bis 14) Lektionen. Ausserdem brauchen die Schülerinnen und Schüler, die sich beim nationalen Wettbewerb beteiligen wollen, eventuell die moralische Unterstützung ihrer Lehrpersonen.
 
     
  Wie unterscheidet sich Debatte von Diskussion?
 
Debatte und Diskussion unterscheiden sich in Frage und Funktion. In einer Diskussion ist die Frage offen gestellt und zielt auf Klärung, z. B.: Was bedeutet BSE? Woher kommt der internationale Terrorismus? Auf diese Fragen sind viele verschiedene Antworten möglich. Es geht nur darum, das Thema besser zu verstehen, unabhängig von der persönlichen Bewertung.
 
In einer Debatte ist die Frage geschlossen gestellt und zielt auf Entscheidung, z.B.: Soll ein Gesetz zum Schutz vor BSE erlassen werden? Auf eine solche Frage ist nur Ja oder Nein als Antwort möglich. Es geht darum, Argumente für oder gegen eine Massnahme oder Regelung abzuwägen, um sich dann mit guten Gründen zu entscheiden.
 
Diskussion und Debatte schliessen einander nicht völlig aus! Beide Formen arbeiten im Gespräch einander zu, vorausgesetzt, man kann zwischen beiden Formen trennen (vergleiche die Teile der Debatte bei Jugend debattiert: die Freie Aussprache ist oftmals Diskussion). Im Alltag werden Diskussion und Debatte leicht verwechselt oder blind vermischt. Die Folge sind Gespräche, die zerfasern oder sich im Kreise drehen.
 
Muss man in Debatten immer Position beziehen?
 
Ja. Debattenfragen sind stets Fragen auf Ja oder Nein. Man muss sich also entscheiden. Die gewählte Position muss nicht notwendig die eigene sein, man kann sie auch anwaltlich vertreten. Wer sich dennoch am liebsten enthalten möchte, sollte wissen: eine Enthaltung lässt faktisch alles, wie es ist. Sie wirkt damit wie ein ‚Nein‘ zu einer Veränderung. Dann kann man aber auch Contra reden.
 
Muss man seine Meinung immer begründen?
 
Ja. Wenn man nur Behauptungen aufstellt, können die Zuhörenden nicht verstehen, was für die Meinung spricht. Es liegt also im eigenen Interesse, den anderen zu erklären, warum man diese oder jene Meinung vertritt.
 
Was ist ein gutes Argument?
 
Gut sind im Zweifel alle Argumente, die auf anerkannten Meinungen beruhen. «Anerkannte Meinungen sind diejenigen, die entweder von allen oder den meisten oder den Fachleuten und von diesen entweder von allen oder den meisten oder den bekanntesten und anerkanntesten für richtig gehalten werden.» (Aristoteles)
 
In politischen Debatten sind gute Argumente insbesondere solche, die sich auf Grundbedürfnisse, Grundwerte, Grundrechte oder Grundsätze der Verfassung beziehen, vorausgesetzt, es wird für die Zuhörenden hinreichend anschaulich, was mit diesen Begriffen gemeint ist.
 
Ein gutes Argument auf die Debattenfrage, ob Sterbehilfe erlaubt sein soll, ist beispielsweise: „Ja, denn jeder Mensch soll das Recht haben, selbst zu entscheiden, was mit ihm passiert, sofern es anderen Leuten nicht schadet.“ Das Argument ist deshalb gut, weil es ein Grundrecht, nämlich die persönliche Freiheit, anspricht.
 
Welchen Wert haben Beispiele?
 
Beispiele zeigen, wovon die Rede ist. Darum sind Beispiele besonders wichtig. Doch zeigen sie immer nur einen Einzelfall. Das nützt zur Veranschaulichung, sagt aber nicht, wie es im Allgemeinen steht. Beweisen kann man mit einem Beispiel wenig. Anders das Gegenbeispiel: es genügt, um allgemein gefasste Aussagen zu entkräften.
 
Muss man der Gegenseite immer widersprechen?
 
Nein. Wenn die Gegenseite etwas sagt, womit man übereinstimmt, sollte man die Übereinstimmung auch zum Ausdruck bringen. Die Feststellung von Gemeinsamkeiten schafft Vertrauen und entlastet die Debatte, weil man sich dann auf das wirklich Strittige konzentrieren kann. Gegenrede heisst kritische Prüfung des Gesagten, nicht stur dagegen sein.
 
Soll man am Ende der Debatte einen Kompromiss gefunden haben?
 
Nein. Wichtiger ist, zunächst einmal herauszustellen, warum man in der jeweiligen Streitfrage verschiedener Meinung sein kann. Darum gibt es ja immer Redner pro und contra. – Solange der Meinungsgegensatz nicht wirklich ausgeleuchtet ist, kommt jeder Kompromiss zu früh. Er würde den Streit nicht lösen, sondern nur verdecken. Echte Einigung erfordert Zeit, meist mehr als zwölf Minuten. 
 
Kann man Debatten gewinnen?
 
Nein. Eine Debatte soll dazu dienen, dass die Zuhörenden nach Ende der Debatte besser entscheiden können. Sie verdanken den Debattierenden einen Zugewinn an Information und Entscheidungshilfe.
 
Daran sollte man sich auch im Wettbewerb halten: Erfolge wird man nur mit seinen Gesprächspartnern erzielen, nicht gegen sie. Deshalb gibt es neben der individuellen Beurteilung der Debattierenden auch eine Beurteilung der Debatten insgesamt.
 
Bisweilen hört man zwar den Ausspruch: „Diese und diese Partei haben die Debatte um... gewonnen.„ Solche Aussagen sind aber nur in Zusammenhang mit getroffenen Entscheidungen zu sehen, beispielsweise wenn eine Volksabstimmung eine gewisse Vorlage angenommen oder abgelehnt hat.
 
Müssen in Debatten immer beide Seiten vertreten sein?
 
Ja unbedingt, denn sonst kommt gar keine Debatte zustande. In der Debatte muss der Grundsatz: „Keine Rede ohne Gegenrede“ befolgt sein, der besagt, dass eine Sachfrage nur dann angemessen beleuchtet werden kann, wenn beide Seiten vertreten sind und die entsprechenden Positionen versuchen, sich zu widerlegen.
 
     
  Wer kann bei Jugend debattiert am Wettbewerb teilnehmen?
 
Der Wettbewerb bei Jugend debattiert ist offen für Jugendliche der Sekundarstufen I und II 
 
Welches sind die Kriterien der Bewertung?
 
Die Kriterien der Bewertung sind Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Checkfragen dazu finden sich in den Arbeitsmaterialien.
 
Darf man im Wettbewerb vorbereitete Unterlagen verwenden?
 
Nein. Eine Debatte lebt von der Spontaneität und der wechselseitigen Bezugnahme der Debattierenden. Deshalb sind vorbereitete Unterlagen in den Debatten des Wettbewerbes Jugend debattiert nicht erlaubt. Während der Debatte dürfen jedoch Notizen gemacht werden.
 
Darf man seine Eröffnungsrede auswendig gelernt vortragen?
 
Ja. Nur bringt auswendig gelernte Rede in der Debatte eher Nachteile, wenn man sich nicht von ihr lösen kann. Überzeugender wirkt, wer frei formuliert und dadurch von Beginn an offen und flexibel auf die Argumente der anderen Debattierenden eingehen kann.
 
Soll man immer beide Seiten vorbereiten?
 
Ja. Erst dann weiss man, von wo aus die Gegenseite argumentieren kann, wo ihre und die eigenen inhaltlichen Stärken und Schwächen liegen.
 
Darf man seine Meinung im Verlaufe der Debatte ändern?
 
Im Prinzip darf man die eigene Meinung in der Schlussrunde ändern, wenn die Argumente der Gegenseite überzeugt haben. In Debatten in grösserem Rahmen jedoch ist es häufig so, dass die Beteiligten eine Meinung vertreten müssen, die nicht ihre eigene ist. Dann haben sie die Aufgabe, ihre Position so überzeugend wie möglich zu vertreten. Eine solche Debatte hat zum Ziel, dem Publikum eine Entscheidung zu ermöglichen, indem sie möglichst alle Aspekte beleuchtet. In diesem Fall macht es wenig Sinn, seine Meinung am Schluss zu ändern.
 
Wird man zum Vornherein über die zur Debatte stehende Frage informiert?
 
Im  Wettbewerb von Jugend debattiert werden die Teilnehmenden rechtzeitig über die zur Debatte stehende Frage informiert, so dass sie sich  gut auf beide Positionen vorbereiten können. Welche Seite die Teilnehmenden in den Wettbewerbsdebatten vertreten sollst, wird jedoch erst kurz vor der Debatte entschieden.